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Zweite Chemnitzer Tage der Industriekultur präsentieren Erfolgsgeschichte(n) von gestern und heute/ Programm ab sofort erhältlich

Chemnitz, 10. August 2011. Vom 2.-4. September 2011 finden in Chemnitz die zweiten Tage der Industriekultur statt. Ein ganzes Wochenende lang dreht sich alles um die so traditions- wie zukunftsreiche industrielle Prägung der Stadt. Das detaillierte Programmheft ist ab sofort erhältlich.

„Im vergangenen Jahr konnten wir mit den ersten Tagen der Industriekultur in Chemnitz mehr als 40.000 Besucher begeistern. An diesen großen Erfolg möchten wir in diesem Jahr natürlich anknüpfen“, äußerte Ulrich Geissler, Geschäftsführer der CWE Chemnitzer Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft mbH anlässlich der Programmvorstellung am heutigen Mittwoch. Daher habe man die wesentlichen Elemente wie die „Spätschicht“, den historischen Festumzug und den Gründerzeitmarkt beibehalten, diese aber um weitere Attraktionen ergänzt. Als Beispiele nannte Geissler einen als Würdigung der Chemnitzer Automobiltradition neu ins Programm aufgenommenen Oldtimercorso oder eine neu entwickelte Geocaching-Route entlang wichtiger Industriedenkmäler.

Zum Auftakt öffnen wieder vierundzwanzig Chemnitzer Industrieunternehmen und Forschungseinrichtungen für eine Spätschicht ihre Tore, darunter sieben neue Unternehmen. Am Freitagabend bieten sie Einblicke in die laufende Produktion vom Gießereihandwerk, über den Maschinenbau, die Textilindustrie und den Automobilbau bis hin zur High-End-Technologie und modernster Forschung. Global wirkende Chemnitzer Traditionsunternehmen wie die Niles-Simmons Industrieanlagen GmbH mit ihrer 175-jährigen Geschichte verkörpern nicht nur die jahrhundertealte Industrietradition der Stadt, sondern auch die Innovationsfähigkeit ihrer Betriebe. Die Union Werkzeugmaschinen GmbH führt Besucher durch die mechanische Fertigung, Siemens bietet einen Rundgang durch das Werk für Kombinationstechnik, das Fraunhofer-Institut ENAS zeigt die Labore und eine Kunstausstellung. Am Smart Systems Campus kann das Elektroauto MINI E, dessen Alltagstauglichkeit und Benutzerfreundlichkeit im Rahmen eines Forschungsprojektes an der TU Chemnitz untersucht werden, von den Besuchern getestet werden.

Während bei der „Spätschicht“ vor allem die heutigen Erfolge der Chemnitzer Industrie und Wissenschaft im Mittelpunkt stehen, konzentrieren sich andere Programmteile der Tage der Industriekultur auf das frühe 20. Jahrhundert. Einerseits fiel in diese Epoche der Industrialisierung die erste große Blütezeit der Stadt: Chemnitz war damals eine der reichsten Städte Deutschlands. Andererseits richtet sich der Fokus insbesondere auf die Zeit um 1911 als dem Jahr der Fertigstellung des Neuen Rathauses in Chemnitz. Exakt hundert Jahre nach der feierlichen Einweihung des markanten Baus bilden die Tage der Industriekultur den Abschluss der Festwoche zu dessen hundertsten Jubiläum.

Der große Festumzug „Geschichte bewegt“ bildet am Samstagnachmittag Bereiche des bürgerlichen Lebens um 1911 ab. Ob Handwerk, Kunst, Wissenschaft, Sport oder die Schreberbewegung – Chemnitzer Bürger, Vereine oder Institutionen präsentieren anschaulich Elemente der Stadtgeschichte. Historische Fahrzeuge erinnern an die über hundert Jahre alte Automobiltradition der Stadt. Im Vorfeld des Festzuges starten rund 25 Oldtimer nebst 50 Wanderer- und Schüttoff-Motorrädern zu einem Oldtimer-Corso mit anschließendem Concours d’Elegance, einem Schönheitswettbewerb der Fahrzeuge und ihrer historisch gekleideten Insassen, vor dem Chemnitzer Rathaus.

Ein historischer Gründerzeitmarkt rund um das Alte und Neue Rathaus versetzt an allen drei Tagen die Besucher mit quirligem Markttreiben, historischen Fahrgeschäften, Graveuren und Portraitzeichnern zurück in die Zeit der Industrialisierung. Auf dem Jakobikirchplatz und in der Inneren Klosterstraße präsentiert die Chemnitzer Schmiede-Innung anlässlich Ihres 600-jährigen Jubiläums ihr Können. Der Gründerzeitmarkt ist auch Austragungsort für ein Treffen von Türmern und Carillon-Spielern aus ganz Deutschland. Auf einer Bühne auf dem Neumarkt wird so genannte Industrial Art präsentiert: Die Kehrbrigade des Armen Theaters trommelt zur Schicht, ein DJ legt original Schellackplatten aus den 20er Jahren auf und das Tanzensemble der Tanzschule Köhler & Schimmel entführt in die Welt des Tanzes um 1911. Baggerfahrer lassen beim Baggerballett ihre Maschinen tanzen.

Bei der IndustriekulTOUR am Sonntag bieten insbesondere die technikhistorischen Museen der Stadt besondere Vorführungen und thematische Besichtigungen. Ein Industriekultur-Rundgang informiert über die traditionsreiche (Industrie-)geschichte der Stadt. Erstmals gibt es auch eine Geocaching-Route entlang wichtiger Industriedenkmäler.

Das ausführliche Programmheft zu den Tagen der Industriekultur ist erhältlich in der Tourist-Information Chemnitz (Tel. 0371/690 680) oder im Internet unter www.industriekultur-chemnitz.de. Dort können ab dem 11. August auch Tickets für die Unternehmensführungen bei der Spätschicht reserviert werden.

www.industriekultur-chemnitz.de